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Teilnehmende, die in einem Klassenzimmer einer Präsentation zuhören
© unibz / Alessandra Piccoli

CC Cooperatives

Boden gemeinsam gestalten: Gemeinschaften und Genossenschaften in fragilen ländlichen Räumen

Auf der Fragile Areas Konferenz 2026: Dr.in Alessandra Piccoli vom Kompetenzzentrum für das Management von Genossenschaften

Die Konferenz Fragile Areas 2026, mit dem Titel Voids and Appetites: The Future of Soil in Fragile Rural Areas, hat die Bedeutung von Räumen hervorgehoben, in denen Forschende und Praktiker:innen gemeinsam über die Zukunft ländlicher Räume nachdenken können.

Die Session 3, die der Sozialwirtschaft und den Gemeinschaftsgenossenschaften gewidmet war, bot besonders relevante Impulse für alle, die sich mit der Governance von Boden als Gemeingut beschäftigen. Sabina Polidori (INAPP) betonte, dass Boden in fragilen ländlichen Räumen von Spannungen, Konflikten und situierten Praktiken der Regeneration geprägt ist. Anstatt sich auf übertragbare „Best Practices“ zu konzentrieren, ist es entscheidend, den Wert positiver, kontextspezifischer Erfahrungen anzuerkennen. Mit der zunehmenden Konkurrenz um Flächennutzung gewinnen neue Formen gemeinsamer Governance und zivilgesellschaftlicher Beobachtung an Bedeutung. Fragilität ist in diesem Sinne nicht nur ein Zustand, sondern ein relationaler Rahmen: Boden zu regieren bedeutet letztlich, Beziehungen zu gestalten.

Der Beitrag von Ricardo Stocco, Andrea Zanzini, Ramona Casi, Michele Casali und Marta Monti zeigte, wie im Apennin der Romagna die Fragilität des Bodens die Fragilität der lokalen Gemeinschaften widerspiegelt. Die Wiederbesiedlung dieser Räume ist entscheidend für die Resilienz der Landschaft. In diesem Kontext erweisen sich Gemeinschaftsgenossenschaften als wirkungsvolle Instrumente für die kollektive Bewirtschaftung von Land, die Verringerung individueller Risiken und die Schaffung organisatorischer Bedingungen, die es Menschen ermöglichen zu bleiben. Ihre Arbeit zeigt, dass kollektive Governance nicht Widerstand gegen Wandel bedeutet, sondern neue Formen des Wohnens und der Sorge für Räume eröffnet.

Eustachio Santochirico (Oltrelab) hob die Rolle kultureller Animation hervor, um Gemeinschaften wieder mit ihren Territorien zu verbinden, und verwies dabei auf die Erfahrung des Parco di Craco in der Basilikata.

Abschließend stellte Debora Visentin einen gemeinschaftsbasierten Ansatz für Payments for Ecosystem Services vor, der die Grenzen reiner Monetarisierung überwindet und auf bestehendem sozialen Kapital aufbaut. Ihre Arbeit weist auf kooperative und regenerative Modelle der Governance von Boden, Wasser und lokalem Tourismus hin, im Einklang mit situierten und werteorientierten Perspektiven.

Über Boden in fragilen ländlichen Räumen zu sprechen bedeutet letztlich, über Gemeinschaft, Allianzen und geteilte Verantwortung zu sprechen. Wird Fragilität durch kollektive, kreative und kontextsensible Formen der Governance getragen, kann sie zu einer produktiven Kraft werden.

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